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KPV Berlin fordert angemessene Erprobungsphase für Musterjugendamt


Zum Konzept des "Musterjugendamtes" erklärt der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung Berlin (KPV), Jürgen Vogt:

"Um die Zukunftsfähigkeit der Jugendhilfe zu sichern, sind ohne Zweifel neue Konzepte notwendig. Die Kosten für die Hilfen zur Erziehung, auf die ein Rechtsanspruch besteht, laufen den Bezirken davon. Die Prävention bleibt dabei auf der Strecke. Die Überlastung der Mitarbeiter der Sozialen Dienste steigt. Die Presseberichte über dramatische Kindeswohlgefährdungen schrecken uns auf. Wir müssen also nicht nur die Kosten in den Griff kriegen, sondern auch die fachliche Qualität kontinuierlich weiterentwickeln und auf dem neuesten Stand halten. Dafür ist das Konzept des Musterjugendamtes ein interessanter Ansatz, der nach Ansicht der KPV aber bei Weitem noch nicht ausgereift ist. Keinesfalls möchten wir alle Bezirke über einen Kamm scheren. Zwischen den sozialen Verhältnissen in Steglitz-Zehlendorf und Neukölln liegen Welten. Außerdem können wir uns in punkto Effizienz durchaus einen Wettbewerb vorstellen. Kritisch sieht die KPV auch die Vorstellung, dass sich der Staat zurückzieht und nur noch Steuerung und Controlling übernimmt. Zum Beispiel im Hinblick auf die steigenden Kosten bei den Hilfen zur Erziehung. Aber auch im Hinblick auf die Jugendeinrichtungen. Wir wollen weiterhin eine vielfältig orientierte Jugendarbeit öffentlicher und privater Träger nebeneinander bestehen lassen.
Die KPV fordert deshalb eine angemessene Übergangs- und Erprobungsphase, in der alle Konsequenzen für die Bezirke gründlich ausgeleuchtet werden können."


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